Was ist ein SMTP-Server?

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Interessanterweise verläuft der Weg einer versendeten E-Mail nicht geradlinig. In der Regel gelangt eine E-Mail nicht einfach vom Absender zum Empfänger, sondern durchläuft im Rahmen eines klar strukturierten Prozesses mehrere Zwischenstufen. Die Hauptakteure dabei sind die beteiligten SMTP-Server, die dafür sorgen, dass die E-Mail gemäß dem Protokoll den Empfänger erreicht. Das Internet verfügt über ein ganzes Netzwerk solcher Verteilknoten und Relais, um den E-Mail-Verkehr überhaupt erst zu ermöglichen.

Wie funktioniert ein SMTP-Server?

Der Begriff „SMTP-Server“ bezeichnet einen E-Mail-Server, der die vom Absender gesendeten E-Mails gemäß den Regeln des Netzwerkprotokolls über das Internet an einen oder mehrere Empfänger weiterleitet. Eine wichtige Funktion des SMTP-Mail-Servers ist die Spam-Prävention mithilfe von Authentifizierungsmechanismen, die die Zustellung von E-Mails nur für autorisierte Benutzer ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, unterstützen die meisten modernen Mail-Server die ESMTP-Protokollerweiterung mit SMTP-Auth.

Die sogenannten „Relays“ – SMTP-Server – sind wesentliche Glieder in der Kette der E-Mail-Weiterleitung, an der mehrere Server beteiligt sind: nämlich der ausgehende Mailserver des Absenders, ein oder mehrere externe Weiterleitungsserver und der eingehende Mailserver des Empfängers.

Der ausgehende E-Mail-Server des Absenders

Nachdem der Absender seine E-Mail versendet hat, wandelt die zum Versenden der E-Mail verwendete Webmail-Anwendung oder das Programm (der sogenannte „SMTP-Client“ oder „Mail User Agent (MUA)“) die Nachricht in einen Header und einen Textkörper um, bevor diese an den Postausgangsserver – den SMTP-Server – übertragen werden. Der Mail-Transfer-Agent (MTA) bildet die softwaretechnische Grundlage für das Senden und Empfangen von E-Mails. Der MTA überprüft die E-Mail hinsichtlich ihrer Größe und auf Spam und speichert sie anschließend. Um den MTA zu entlasten, wird ihm manchmal ein „Mail-Sender-Agent“ vorgeschaltet, dessen Aufgabe es ist, die Gültigkeit der E-Mail vorab zu prüfen. Anschließend überprüft der MTA die IP-Adresse des Mail-Servers des Empfängers im Domain Name System (DNS).

Externe Proxy-Server

Wenn die Empfängerdomain mit demselben Mailserver verbunden ist wie die des Absenders, wird die E-Mail direkt zugestellt. Ist dies nicht der Fall, teilt der MTA sie in kleine Datenpakete auf, um sie über die kürzeste und am wenigsten ausgelastete Route an den Ziel-SMTP-Server weiterzuleiten.

Der Posteingangsserver des Empfängers

Bei Ankunft beim Ziel-SMTP-Server werden die Datenpakete wieder zu einer vollständigen E-Mail zusammengesetzt. Diese wird vom MSA und/oder MTA erneut auf Spam überprüft und anschließend an den Nachrichten-Speicherbereich auf dem Posteingangsserver weitergeleitet. Von dort aus leitet der „Mail Delivery Agent“ (MDA) die E-Mail an das Postfach des Empfängers weiter. Anschließend laden andere Netzwerkprotokolle – IMAP oder POP3 – die E-Mail auf den SMTP-Client des Empfängers herunter.

Aus rein technischer Sicht wäre es auch möglich, E-Mails direkt vom SMTP-Client des Absenders an den SMTP-Client des Empfängers zu senden. Die Nutzung eines SMTP-Servers bietet jedoch einen eindeutigen Vorteil: Sollte das Postfach des Empfängers ausgelastet oder vorübergehend nicht erreichbar sein und die E-Mail daher nicht zugestellt werden können, versucht der zuständige SMTP-Server in regelmäßigen Abständen automatisch, die E-Mail erneut zuzustellen. Dies geschieht so lange, bis die Zustellung erfolgreich ist oder bis die E-Mail als unzustellbar an den Absender zurückgeschickt wird.

Welchen SMTP-Server soll ich verwenden?

Als Absender können Sie aus mehreren SMTP-Servern verschiedener Anbieter wählen, um E-Mails in das Netzwerk einzuspeisen und weiterzuleiten. Eine interessante Alternative, für die sich viele entscheiden, ist die Einrichtung eines eigenen Servers.

SMTP-Server eines Anbieters

Die SMTP-Server der gängigen Anbieter werden von anderen Anbietern in der Regel als zuverlässig anerkannt. Darüber hinaus gelten ihre Spamfilter aufgrund der großen Datenmengen, die verarbeitet werden, als besonders leistungsstark. Der größte Nachteil kostenloser SMTP-Server besteht darin, dass sie in der Regel strenge Beschränkungen hinsichtlich der Anzahl der täglich versendbaren E-Mails, der Größe des Postfachs und der Größe der Anhänge aufweisen.

  • Internetdienstanbieter: Internetdienstanbieter (ISP) wie beispielsweise IONOS stellen häufig neben der E-Mail-Adresse auch einen Internetanschluss bereit, um den Zugriff auf die E-Mail-Server namhafter Anbieter zu ermöglichen.
  • E-Mail-Anbieter: Privatpersonen versenden E-Mails an Freunde und Verwandte meist über die Webanwendung eines kostenlosen E-Mail-Anbieters, wie beispielsweise Gmail, Yahoo oder Outlook. Die einzige Voraussetzung ist, dass sie über eine E-Mail-Adresse verfügen, die einer Domain entspricht, mit der der SMTP-Server des Anbieters für die persönliche Korrespondenz genutzt werden kann. Sie müssen lediglich Ihr Postfach auf die entsprechende SMTP-Serveradresse einrichten – im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die beliebtesten Anbieter und deren Adressen.
  • Hosting-Anbieter: Viele Hosting-Pakete, beispielsweise von Anbietern wie IONOS, enthalten standardmäßig den Zugriff auf einen SMTP-Server zur Verwaltung des internen und externen E-Mail-Verkehrs.
  • Spezialisierte Anbieter: Einige Unternehmen haben sich ausschließlich auf die Vermietung von SMTP-Servern spezialisiert. Dazu gehören beispielsweise Amazon SES und SparkPost, bei denen Sie auf Anfrage spezielle Hardwaregeräte mieten können.

Persönlicher SMTP-Server

Mit einigen grundlegenden IT-Kenntnissen lässt sich auch ein eigener SMTP-Server einrichten. Beispielsweise bietet ein Raspberry Pi-Computer in Verbindung mit der entsprechenden Software eine hervorragende Hardware-Basis für dieses System.

Ein eigener SMTP-Server bietet einige klare Vorteile: Es gibt keine nutzungsbezogenen Einschränkungen seitens des Anbieters, Sie haben die vollständige Kontrolle über alle Einstellungen und profitieren von maximaler Datensicherheit. Darüber hinaus ist ein selbst aufgesetzter Server eine ideale Möglichkeit, sich mit den Abläufen rund um den E-Mail-Verkehr vertraut zu machen. Natürlich hat ein eigener Server auch seine Nachteile: Da das private Internet eine dynamische IP-Adresse vergibt, werden private SMTP-Server von großen E-Mail-Anbietern häufig als Spam-Versender eingestuft und landen im Spam-Ordner der Empfänger. Dieses Problem lässt sich jedoch durch einige Anpassungsmaßnahmen und/oder zusätzliche Kosten umgehen. Insgesamt ist ein eigener Server auf jeden Fall eine hervorragende Lösung, wenn der Zweck Ihres SMTP-Mail-Servers lediglich darin besteht, E-Mails an andere Privatkunden zu versenden.

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