E-Mail an sich ist weder sicher noch gefährlich: Die Sicherheit hängt davon ab, wie das Konto, das E-Mail-Programm und die Domain eingerichtet sind und wie Sie diese nutzen. Im Folgenden erläutern wir Ihnen, was moderne E-Mail schützt, was nicht und was Sie tun können.
Was schützt eine verschlüsselte Verbindung?
Der Datenverkehr zwischen dem E-Mail-Programm und dem Server erfolgt mit TLS-Verschlüsselung, sofern Sie das Konto korrekt eingerichtet haben: bei IMAP über Port 993, bei POP3 über Port 995 und beim ausgehenden SMTP über Port 465 (SSL/TLS) oder 587 (STARTTLS). Auf diese Weise können Ihr Passwort und Ihre E-Mails auch in einem öffentlichen WLAN-Netzwerk nicht abgefangen werden. Auch untereinander übertragen die Server die E-Mails meist verschlüsselt; Gmail verlangt beispielsweise von den sendenden Servern die Verwendung von TLS.
Was TLS nicht schützt: Die E-Mail wird in lesbarer Form auf dem Server des Absenders und des Empfängers gespeichert, und der Empfänger kann sie weiterleiten. Soll ein Inhalt ausschließlich vom Empfänger gelesen werden können, ist eine End-to-End-Verschlüsselung erforderlich (S/MIME oder OpenPGP) oder eine mit einem Passwort verschlüsselte Datei, deren Passwort über einen anderen Kanal, beispielsweise telefonisch, übermittelt wird.
Sicherheit Ihres Kontos
- Ein starkes, individuelles Passwort: Verwenden Sie für jedes Konto ein anderes Passwort mit mindestens 12 bis 16 Zeichen und speichern Sie es in einem Passwort-Manager. Angreifer versuchen es zunächst mit einem Passwort, das von einer anderen Website durchgesickert ist.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: Aktivieren Sie diese Funktion, wo immer sie verfügbar ist (Kundenbereich, Control Panel, kostenlose Postfächer).
- Seien Sie vorsichtig mit Links: Die meisten Konten werden nicht gehackt, sondern das Passwort wird über eine gefälschte Anmeldeseite erschlichen. Unser Artikel über Phishing-E-Mails hilft Ihnen dabei, diese zu erkennen.
- Aktualisierte Komponenten: Die Updates für das Betriebssystem, den Browser und das E-Mail-Programm beheben zahlreiche Fehler, die bei der Verwendung von Anhängen auftreten können.
Domain-Schutz
Jeder kann versuchen, E-Mails im Namen einer Domain zu versenden. Die SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge ermöglichen es den empfangenden Servern gemeinsam, gefälschte E-Mails zu erkennen und herauszufiltern. Bei einer eigenen Domain empfiehlt es sich, alle drei einzurichten.
Die Rolle des Dienstleisters
Der Anbieter sorgt auf Serverseite für Schutz durch Spam- und Virenfilterung, die Sperrung unbefugter Weiterleitung (Open Relay) sowie durch Datensicherung. In unseren E-Mail-Hosting-Paketen lässt sich der Spamfilter individuell anpassen, und es werden täglich Sicherungskopien der E-Mails erstellt, sodass auch ein versehentliches Löschen nicht endgültig ist.
Was sollten Sie nicht per E-Mail versenden?
Senden Sie keine Passwörter, Kreditkartennummern, Kopien von Ausweisdokumenten oder Gesundheitsdaten ohne Verschlüsselung. Sollte dies dennoch erforderlich sein, verwenden Sie bitte eine verschlüsselte Datei oder einen zugriffsgeschützten Dateiaustauschdienst.
Was ist zu tun, wenn jemand Zugriff auf Ihr Konto erlangt hat?
Mögliche Anzeichen sind: E-Mails, die Sie nicht gesendet haben, befinden sich im Ordner „Gesendet“, E-Mails werden an unbekannte Adressen zurückgeschickt oder Ihre Geschäftspartner erhalten seltsame E-Mails von Ihnen.
- Ändern Sie das Passwort Ihres Kontos von einem sauberen, aktualisierten Gerät aus.
- Überprüfen Sie die Weiterleitungsregeln, Filter und automatischen Antworten, da Angreifer häufig eine verdeckte Weiterleitung hinterlassen.
- Richten Sie das neue Passwort auf allen Ihren Geräten ein und verwenden Sie das alte Passwort nirgendwo anders.
- Führen Sie auf Ihrem Computer einen Virenscan durch.
- Bitte informieren Sie unseren Support und Ihre Partner, falls unerwünschte E-Mails von Ihrem Konto versendet wurden.
Die vollständige To-do-Liste finden Sie im Artikel zum Thema „Hackte jemand Ihr E-Mail-Konto?“, der Menüpunkte zu cPanel und Webhosting enthält.