Das Team der RHEL-Klon-Linux-Distribution hofft, mithilfe des cloud-nativen Build-Systems neue Versionen von Rocky innerhalb einer Woche nach der Veröffentlichung der neuen RHEL-Versionen herausbringen zu können.
Rocky Linux 9.0, die neueste Version des Open-Source-Betriebssystems für Unternehmen, das so konzipiert wurde, dass es mit Red Hat Enterprise Linux (RHEL) vollständig kompatibel ist, ist nun allgemein verfügbar. Das Update umfasst neue Sicherheits- und Netzwerkfunktionen sowie ein neues Open-Source-Build-System namens Peridot.
Rocky Linux 9.0, das am 14. Juli veröffentlicht wurde, enthält alle Werkzeuge der Build-Chain-Infrastruktur für Entwickler, damit diese Rocky Linux übernehmen, erweitern oder das Betriebssystem reproduzieren können, falls ein Entwickler unabhängig von der Community oder einer Upstream-Unterstützungsorganisation etwas unternehmen möchte. Nach Angaben der Projektvertreter bestand das vorrangige Ziel bei der Entwicklung des neuen, cloud-nativen Build-Systems darin, sicherzustellen, dass neue Versionen von Rocky innerhalb einer Woche nach der Veröffentlichung neuer RHEL-Versionen bereitgestellt werden können.
Der Quellcode von Peridot ist auf GitHub verfügbar, und gemäß den Plänen des Projekts wird es auch mit Helm-Charts einfach zu installieren sein. Rocky Linux kann auf rockylinux.org heruntergeladen werden. Rocky Linux, das von der Rocky Enterprise Software Foundation (RESF) betrieben wird, wurde von Gregory Kurtzer, einem der ursprünglichen Gründer von CentOS und Geschäftsführer von CIQ, ins Leben gerufen, um das ursprüngliche Ziel von CentOS zu verwirklichen, nämlich als produktionsreife Downstream-Variante von RHEL zu dienen.
Peridot, das von CIQ entwickelt und an RESF übergeben wurde, dient als cloud-nativer Stack für die Erstellung und Verwaltung von Rocky Linux. Der Stack wurde als Open-Source-Software veröffentlicht. Rocky Linux nutzt Open-Source-Tools, um ein „reproduzierbares“ Betriebssystem zu gewährleisten, damit sich die Probleme, die das Ende des Lebenszyklus von CentOS kennzeichneten, nicht wiederholen – teilte das Projekt mit.
Zu den weiteren Highlights von Rocky Linux 9.0 zählen die folgenden Sicherheitsverbesserungen und Netzwerkfunktionen:
- Die Leistung von SELinux, die Speicherauslastung und die Ladezeiten haben sich verbessert.
- OpenSSL, das derzeit die Versionsnummer 3.0.1 trägt, umfasst ein neues Versionsnummerierungsschema, einen weiterentwickelten HTTP(S)-Client sowie die Unterstützung neuer Protokolle und Formate.
- Rocky Linux unterstützt die automatische Konfiguration von PCI-DSS-, HIPAA-, DISA- und anderen Sicherheitskonformitäts-Einstellungen über das Anaconda-Installationsprogramm, wodurch Sie Zeit und Aufwand sparen.
- OpenSSH, das derzeit in der Version 8.7p1 vorliegt, ersetzt das SCP/RCP-Protokoll durch das SFTP-Protokoll, das eine besser vorhersehbare Dateinamenverwaltung bietet.
- Die Verwendung von SHA-1-Nachrichten-Digests ist veraltet, da die von SHA-1 erzeugten kryptografischen Hash-Funktionen nicht mehr als sicher gelten.
- Der Multipath-TCP-Daemon (mptcpd) kann anstelle von iproute2 zur Konfiguration von Multipath-TCP-Endpunkten verwendet werden.
- Der NetworkManager verwendet nun standardmäßig Schlüsseldateien zum Speichern neuer Verbindungsprofile, unterstützt jedoch weiterhin ifcfg.
- Das Paket „network-scripts“ wurde entfernt; Netzwerkverbindungen müssen nun über den NetworkManager eingerichtet werden.
Das Schicksal von Peridot
Peridot hat die Versionen Rocky Linux 8 und 9 erstellt. Laut der Ankündigung zu Rocky Linux 10.0 werden die Pakete der 10er-Serie bereits mit dem Koji-Build-System erstellt, da die neue Generation von Peridot noch nicht fertiggestellt ist und Koji zudem IMA-Signaturen unterstützt.
Über die Softwareversionen der Version 9.0, den Download und den Supportzeitraum haben wir in unserem Artikel Rocky Linux 9.0 ist erschienen berichtet. Rocky Linux 9 erhält bis zum 31. Mai 2032 Updates.
Rocky Linux ist ein Betriebssystem, das sowohl auf unseren KVM-VPS-Servern als auch auf unseren dedizierten Servern zur Auswahl steht.