CVE-2023-20593/Zenbleed

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Am 24. Juli 2023 veröffentlichte AMD eine Sicherheitsmitteilung, in der eine Schwachstelle in der Mikroarchitektur des Zen2-Computerprozessors aufgedeckt wurde. Die von AMD als „Cross-Process Information Leak“ bezeichnete Schwachstelle ist auch unter dem Namen „Zenbleed“ bekannt. Das mit der Kennung CVE-2023-20593 versehene und von AMD als mittelschwer eingestufte Problem ermöglicht es einem Angreifer, unter bestimmten Umständen auf sensible Informationen zuzugreifen, die von der CPU verarbeitet werden. Das Problem betrifft alle auf AMD Zen 2-basierten Prozessoren ausgeführten Programme, einschließlich virtueller Maschinen, Sandboxen, Containern und Prozessen. Exploit-Software ist wahrscheinlich bereits verfügbar, und es ist zu erwarten, dass es in Kürze zu Angriffen kommen wird, die diese Sicherheitslücke ausnutzen.

Alle AMD Zen 2-CPUs, einschließlich der EPYC Rome-Prozessoren, sind anfällig:

  • Prozessoren der AMD Ryzen 3000-Serie
  • Prozessoren der AMD Ryzen PRO 3000-Serie
  • Prozessoren der AMD Ryzen Threadripper 3000-Serie
  • Prozessoren der AMD Ryzen 4000-Serie mit Radeon-Grafik
  • Prozessoren der AMD Ryzen PRO 4000-Serie
  • Prozessoren der AMD Ryzen 5000-Serie mit Radeon-Grafik
  • Prozessoren der AMD Ryzen 7020-Serie mit Radeon-Grafik
  • AMD EPYC „Rome“-Prozessoren der 2. Generation
Video: Zenbleed (CVE-2023-20593) (LiveOverflow, auf Englisch)

Beseitigung der Sicherheitslücke

Laden des gepatchten Mikrocodes beim Systemstart durch Aktualisierung des Firmware-Pakets

Diese Lösung löst die Aktualisierung des Prozessor-Mikrocodes durch ein Betriebssystem-Update (beispielsweise mit dem Paket „linux-firmware“) aus. Dies ist möglich, sobald der Herausgeber des Betriebssystems oder die Community das aktualisierte Paket zur Verfügung stellt. Diese Methode hängt von der Distribution bzw. dem Entwickler des Betriebssystems ab und funktioniert nur, wenn AMD den entsprechenden Mikrocode bereitgestellt hat. Bislang ist diese Methode nur für „Zen2 Rome“ und „Zen2 Castle Peak“ anwendbar.

Sicherheit durch aktualisierten Kernel

Sollte ein Mikrocode-Update nicht über ein Firmware-Update-Paket verfügbar sein, kann der Kernel auf eine Version aktualisiert werden, die durch die Konfiguration eines sogenannten „Chicken Bits“ die Deaktivierung der fehlerhaften Prozessorfunktion bewirkt. Dies kann sich auf die Systemleistung auswirken. Diese Lösung wird von den Entwicklern der Betriebssysteme integriert, sobald eine neue Version des Linux-Kernels zurückportiert wird. Wir empfehlen unseren Kunden, in erster Linie diese Strategie zur Schadensminderung zu befolgen, da sie am effektivsten ist und nicht davon abhängt, ob der Hardwarehersteller aktualisierten Mikrocode bereitstellt.

Als Alternative können Sie das „Chicken Bit“ auch manuell einstellen, ohne auf ein Kernel-Update angewiesen zu sein. Wir raten jedoch von dieser Vorgehensweise ab, da sie ein Risiko für Ihr System darstellen kann.

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